Sonntag, 26. Dezember 2010

Christmas rant

19.12.: Ich beginne mit dem Kofferpacken und überprüfe mein Flugticket. Nur noch zwei Tage.
20.12.: Koffer fertig packen. Ich checke meine E-Mails. Letzte Kommunikation wegen Flughafen-Abholdienst. An sich war es ja schon ausgemacht, er hat meine Flugzeiten. Trotzdem ist kein Mail seit einer Woche, hmm, seltsam. Ich sehe es in meiner Euphorie nicht. Meine Mutter schon.
21.12.: Flug, Flug, nochmals Flug. Endlich gehe ich den grauen Schlauch aus dem Flugzeug hinaus und freue mich, sein Gesicht wiederzusehen. Es ist ernst.
21.12., später: Wir sitzen auf seiner Couch, er auf dem einen, ich auf dem anderen Arm. Er sieht gut aus. Er druckst herum. "You remember my friend Lisa? The one I told you about? The one who said she was in love with me, but I told her I just wanted to be friends? Well, erh, turns out I have fallen in love with her."
21.12., noch später: Well, thank you, asshole, I just travelled 5000 miles so you could tell me to my face?
24.12. Wir fahren Weihnachtsdekorationen besichtigen. Ich habe noch nie zuvor solche Abneigung gegen den Plastikkitsch in den Schornsteinen und einfach überall empfunden. Sie gehen nach der Kirche noch zu McDonald's (oder ein Imitat davon) zum Zusammenhocken. Lisa ist Lisa. Lisa steht schon mit einem Foto in seinem Wohnzimmer. Und ich bin immer noch da, weil mein Flugticket zurück erst in zwei Wochen geht.
25.12. Weihnachten bei seiner Familie. Selbst wenn ich mit ihm noch zusammen wäre, wäre mir seine Familie kreuzunsympathisch. Der Hund ist der Schlimmste. Ein schleimiger Gummiball mit der Muskelkraft von drei Bodybuildern. Auspacken geht der Reihe nach. Seine Schwestern oohen und aahen, weil sie offenbar noch gar nicht wissen, dass er mich gerade abserviert hat. Oder ist der Umstand, dass er wegen eines halben Jahres schon vor mir auspacken darf, auch bei Exfreunden ein Anlass für anzügliches Grinsen? Oooh, she's so much his senior! Go figure!
26.12. Noch immer wächst meine Freude an Videokassetten und an seinem Computer, und ich träume noch nachts von den Einwahlgeräuschen seines Modems. Wenn ich nicht wachliege, weil er so laut schnarcht, dass ich es durch drei Wände quer durch die Wohnung höre.


7.1.: Einen Freund ärmer, zwei Bekannte reicher, Kleidung, die an mir schlottert, Schneesturm vorm Abflug, Schneesturm beim Umsteigen, das dann wegen Schneesturms ausfällt. 500 Menschen an den Schaltern der Fluglinie. Alle wollen eine Unterkunft, weil der nächste Flug, in den man, wenn man Glück hat, hineinkommt, erst am nächsten Tag stattfindet. Die Fluglinie sagt ällerbätsch, zahl dir dein Hotel doch selbst. Das Hotel sagt, ällerbätsch, wir haben nur noch eine teure Suite.

8.1.: Mein Koffer entschließt sich, erst mal in O'Hare zu bleiben. Ich würde dann doch lieber fliegen, auch wenn fünf Stunden Aufenthalt in der Suite exklusiv toll waren. Im Schlaf hab ich super viel davon gesehen. Trotzdem entschließe ich mich, auf dem Flughafen herumzuwarten, ob nicht doch ein Platz in irgendeinem Flug Richtung Heimat frei wird. Stundenlanges Herumsitzen. Wunderbar.

Wie kommt's, dass das gerade heute hochkommt, wo jener welche doch so ziemlich derjenige von meinen Exfreunden ist, dem ich am wenigsten krumm nehme, dem ich nicht nachtrauere und mit dem ich nicht hadere? Wenn nicht wie hier, haha. Anscheinend war Zorn wohldosiert gespeichert, aber von Schuldgefühlen - es geht ja nicht anders, irgendwie wird's schon meine Schuld gewesen sein - und Hilflosigkeit überschrieben oder weggedrückt. Doch wenn wie jetzt Zorn von anderswoher kommt, der sich mit Trauer mischt, und wenn dann noch eine ganze Ladung anderer Empfindungen dazukommt, die ich nicht einordnen, geschweige denn benennen kann, wenn ich mich also nur hilflos, überfordert fühle und mich dann noch jemand beschuldigt, sodass 30 Jahre alter Zorn aufsteigt, dann kommt auch so etwas Altes und scheinbar Nichtiges zum Vorschein. Hah, wenn man meint, wenn man endlich das gefunden hat, was einen glücklich macht, und wenn man meint, dass das nun endlich alles, was vorher schlecht war, ausmerzt, dann hat man falsch gedacht. Und das mit dem sich Verlassen auf den Bauch ist auch so eine Sache. Mein Bauch verwirrt mich, und wenn er mich nicht verwirrt, dann spricht er Dinge, die mich unglücklich machen, weil sie Leiden bedeuten.

Die Welt kann mir gestohlen bleiben. Und warum ist es immer ein Fehler, kompliziert zu sein? Warum kann man nicht einfach angenommen werden? Warum muss es heißen, och, du bist schon kompliziert, seltsam, ganz, ganz eigen, aber ich mag dich TROTZDEM?

I'm going slightly mad

Ich werde haarspalterisch. Oder nicht? Ich höre überall Untertöne, die mir nicht gefallen. Er schimpft über den Autofahrer, als wäre dieser der größte Idiot der Welt, er hingegen Alleskönner. Sie spricht mir auf die Mailbox, sie hätte es schon einmal, jetzt zwei Mal, mit gestern drei Mal probiert, vielleicht ginge es sich ja Silvester aus. (Ach, Silvester. In letzter Zeit bin ich ganz großartig darin, Dinge auszuhalten, einfach weil ich kein gutes Gegenargument habe und weil es einfacher ist und weil die ganze Welt es gut so findet, im allgemeinen. Das schönste Silvester hatte ich 2006. Jeder darf drei Mal raten, mit wem ich gefeiert habe.) Er giftet seinen Bruder an, sodass es sogar mir weh tut. (Vielleicht auch nur mir, wer weiß.) Die ganze Welt wird oberflächlich. Ich werde verrückt. Sie lieben ihn mehr als mich. Beinahe. Ich bin bei ihm, obwohl er derart unsensibel und kindisch ist, dass ich mich frage, warum ich mich eingelassen habe. Warum ich so feig bin und nicht immer genau dann, wann's passiert, etwas sage, nämlich vor anderen Leuten. Er ist immens gut darin, mich spüren zu lassen, dass ich eine Außenseiterin, dass ich seltsam bin. Aber geh! Is doch lieb gemeint! Is doch lieb seltsam gemeint! Is doch... Hat nicht Einstein gesagt, er müsse die Frauen nicht verstehen, er müsse nur mit ihnen umzugehen verstehen? Nun, er ist das beste Beispiel dafür, dass man umzugehen lernen kann, ohne jemals zu verstehen. Oder ist das zu hart? Ist es etwas anderes, wenn ich fassungs- und sprachlos dastehe, weil er wieder einmal etwas, das völlig privat ist, in aller Öffentlichkeit ausplaudert? Versteht irgendjemand da draußen, was ich meine, wenn ich sage "volkstümlich in der Art", auch wenn ich nicht von Musik spreche? Vor Klischees strotzend?

Ich komme mir gerade vor, als wäre ich drei Jahre alt, meine Schwester würde mir die Puppe wegnehmen und mich zwicken, aber schuld wäre ich, weil ich ja älter und klüger bin. Und ich, ja erst drei, verstünde die Welt nicht, weil sie sich alle einig sind und alle anders denken als ich.

So, die Welt kann mich mal! Ich will in die Badewanne, den ganzen Scheiß, die Welt, den Mist vergessen und in Aromabad ertränken. Mist, ich habe kein Badeöl mehr. Gut, dann ertränke ich den Mist eben bloß in heißem Wasser.

I hope life bubble bubble kind
And I hope you have all bubble bubble bubble
And I wish you joy bubble bubble bubble
But bubble bubble bubble wish you love

Oo._________

There, there.

Dienstag, 14. Dezember 2010

losing

Manchmal will ich die Welt in einem Wort beschreiben, und darum sage ich gar nichts.

Wie nennt man es denn, wenn einem etwas weh tut entgegen wider besseren Wissens? Wenn man weiß, das war ein Scherz?

Freitag, 10. Dezember 2010

Wenn ich nicht aufpasse...

Vor irgendetwas im Schlaf scheine ich Angst zu haben, denn ich kann und will mich nicht hinlegen. Dann würden Gedanken ja richtig loslegen, Gefühle ungehindert strömen. Ich weiß nicht, ob ich mich dann erst so richtig darüber ärgern würde, dass ich das Geschirr alleine machen musste, oder ob es etwa um ganz andere Dinge geht. Es nagt die Ahnung im Hinterkopf, dass es etwas ganz anderes ist. Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Habe ich die netten Viecherl, deretwegen ich gestern einen Putzanfall hatte, noch nicht ganz aus meinem Bewusstsein gestrichen? Bin ich mehr denn je zwischen den Stühlen, die da hießen Realität und Vorstellung? Und wenn ich einfach nur wahrer werde, was wäre nur so schlecht daran?

Vielleicht bin ich auch nur noch immer davon aufgekratzt, dass das zweite Seminar an sich schon sehr gut, im Vergleich zum ersten aber geradezu fantastisch war? Aus einer Sitzung, die von bleierner Müdigkeit, konstanter Verdutztheit, wachsendem innerem Rückzug gekennzeichnet war, in eine Stunde, die aus Kompetenz, Kreativität und Wortwitz bestand. Kaffee hätte nicht besser wirken können. Gut, vielleicht hat er ja MITgewirkt.

Ah, vielleicht war es ja auch die spontane wir-ratschen-während-wir-gehen-Aktion von einer Kollegin und mir, die mich zuerst mit ihr zu Zweitausendeins und dann in anregenden Gesprächen durch die S-Bahn-Fahrten gebracht hat. Ach, dieser Laden! Als ich mich damals in Hamburg im Zweitausendeins umsah, schüchterten die vielen Bücher, in denen so viel Allgemeinwissen steckte, mich ein. Nicht nur, dass meines sich nur Halbwissen titulieren darf, nein, ich empfand auch große Unlust, mich angesichts der schieren Unüberblickbarkeit des Angebots auch nur irgendwie weiterzubilden. Seltsamerweise habe ich das in anderen Buchläden ja gar nicht, bloß in diesem. Doch dann, heute: Neben großartigen Werken, die zu kaufen ich sicher zurückkommen werde, wurde ich auch an einen Menschen erinnert, der mir zwar heutzutage egal ist, der mich aber entscheidend geprägt hat. Ich wähne mich jetzt viel weniger sarkastisch, ja, vielleicht sogar frei von Zynismus - was so ein Richtungswechsel nicht alles bewirken kann! -, aber im Naturell ähnle ich ihm doch, und seine Art spricht mich durchaus noch an. (Heute weiß ich aber zum Beispiel, dass auf Dauer alleine sein Zigarettenkonsum eine Beziehung unrealistisch gemacht hätte. Kalter Rauch - jeder Rauch - das geht ja gar nicht!) Und da stand ich nun vor einem Buch, das zwei Katzen am Umschlag zeigte, und den Zeichner dieser Tiere hätte ich unter Millionen identifiziert: Rudi Hurzlmeier! Oder, wie der noch immer geschätzte M gesagt hatte: "Die Zeichnungen sind vom großartigen Rudi Hurzlmeier." Meine Kollegin und ich blätterten es durch, und ich zerkugelte mich bei jeder Seite von Neuem. So etwas von 100%ig mein Humor!!!!

Absolute Weltklasse!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Hmm

And I'm not sad...

Mittwoch, 8. Dezember 2010

virtual insanity

Oh! Oh! Oh!

Wenn einem die Technologie eine Erkenntnis über das eigene Leben bringt... IT-speak macht auf einmal glasklar, wie meine Beziehung funktioniert. Split tunneling. Ein Teil meiner Gefühle wird hier gelebt. Der Punkt, der von Anfang an nicht da war, der will nun anscheinend wieder in dem anderen Kanal erblühen. Mit Vehemenz. Da es mich aber in der Realität zu zerreißen droht, wenn ich die Existenz zweier Tunnels bemerke, möchte ich bitte die Nutzung meines VPN-clients einstellen. Ab nun kein Datentransfer mehr aus dem Sektor "you used to be my soulmate".

Samstag, 27. November 2010

Der Krampf im Bauch geht langsam weg

Funny how even in a crowd and just before dusk you can sense a pair of eyes looking at you from afar.

Funny how sometimes you sense, nay, know in your stomach that someone finds you attractive.

Donnerstag, 25. November 2010

Gott schütze dich

Es ist mir unangenehm. Weil... ich will nicht... ich hoffe, du... ich will nicht, dass du denkst, dass ich...

Nein, das denke ich nicht. Das denke ich nicht von dir.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Soso

Neulich hab ich in Facebook ein paar neue Fotos auf der Seite meines Tanzpartners betrachtet, und bei der Gelegenheit bin ich auf eines gestoßen, das ich selbst kommentiert hatte. Oha! dachte ich da. War das ich? Ich hatte und habe keinerlei Erinnerung an den Akt des Hinterlassens einer Bemerkung. Ich nehme doch nichts zu mir außer Amalgam, was mein Gedächtnis so beeinträchtigen könnte. Eine kurze weitere Überlegung führte mich auf eine andere Spur. Aha. Gedächtnisdieb entlarvt: Beschäftigung mit nur einer, äh, Beschäftigung. Tag und Nacht gratis online Fragen beantworten und äh...

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