Freitag, 2. Dezember 2011

My heart will go on...shrinking

Ich rieche nach na ja. Und das ist nicht gut. Wer ist schuld? Ich natürlich. Warum frag ich überhaupt nach der Schuld? An so einem Tag, der zwischen Gesund und Krank balanciert, an dem man das Gefühl hat, dass der große Klotz Arbeit, den man schon lange als solchen wahrnimmt, einfach nicht geht, weil man es irgendwie nicht schafft, ihn rauszuschmeißen, an so einem Tag sollte man wohl schon gar nicht in der Parfumabteilung Halt machen, wenn man zur Drogerie durchgehen will. Und dann auch nicht gezielt nach Oh Boy suchen und etwas zu viel auf ein Kartonstreifchen aufsprühen, sodass es danebengeht und nun auch auf Ärmel und Fingern klebt, dieses Etwas, das ich immer wieder aus dem untersten Tiefgeschoß meines Unterbewusstseins auftauchen lasse.

Es ist doch so: Ich habe die bescheuerte Angewohnheit sein gelassen, dass ich alles definieren, benennen, einordnen musste. Zwar nicht nur Schwarz und Weiß, aber eine sehr überschaubare Menge an Kategorien wäre mein Wunsch gewesen. Zehn Farben reichen doch auch, oder? Und irgendwie muss man die Mannigfaltigkeit der Sinneseindrücke, die Beziehungen doch letztlich auch sind, sortieren. Seit es mir egal ist, was es ist, und seit ich nicht immer die Erfahrung mit der vorher im Kopf festgelegten Farbe abgleiche und unendlich frustriert werde, seither ist alles so viel besser. Und ich glaubte damit auch, dass sich die Vergangenheit erledigt hätte. Aber es gibt Momente, leider nicht so arg selten, in denen der Vogel den Hals nach oben reckt und schreit, er sei noch da. Tja, und dann noch Oh Boy zu riechen... Nicht sehr weise.

Aber, aber, es hat doch alles irgendwie einen Sinn. Gestern hab ich mir das ja auch noch gedacht, aber da war's ja auch leichter, das einzusehen, weil es etwas so Positives war, das meine Einsicht ausgelöst hatte. Ich hatte eine ungemein schöne Begegnung mit einem Ehepaar aus England, dem ich im verwirrenden Bahnsystem helfen konnte - und mit dem ich mich während der Fahrt auch noch unterhalten habe, nachdem sie doch in den falschen Zug eingestiegen waren. Und das alles nur, weil ich bei der Wahl zwischen zwei Bahnhöfen den richtigen gewählt hatte, um selbst zu meinem Zug zu kommen. Tja, auch das Heute wird schon irgendeinen Sinn haben. Vielleicht ist es ja so, dass gewisse Dinge in der Vergangenheit einen derart beeinflussen, dass sie einfach nicht ungelöst bleiben können, weil sonst die Gegenwart wie in einer Endlostelefonschleife immer bei "Drück die Eins" stecken bleibt. Es wird schon einen Sinn gehabt haben, dass ich von diesem Duft derart betört bin. Ich habe so ein Gefühl, dass meine Beziehung zu mir selbst am Grunde dieses ganzen Dingsbumses da liegt. Hmpf.

Samstag, 26. November 2011

self

"You're gorgeous, you old hag, and if I could give you just one gift ever for the rest of your life it would be this. Confidence. It would be the gift of confidence. Either that or a scented candle."

The most beautiful book I've read in, like, an eternity. One Day by David Nicholls

Donnerstag, 10. November 2011

Shift

Dies könnte der Tag sein, an dem ich physisch erlebt habe, wie es sich anfühltm sich sicher zu sein. In einer bestimmten Saches. Wie meine innere Stimme sich anfühlt, habe ich gelernt beim Anschauen von Million Dollar Baby. Plötzlich alle Zeichen verstanden.

Jetzt wünsche ich mir nur noch, sie öfter zu hören, diese Stimme.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Flieg, Ikarus

Als sich die Sängerinnen und Sänger nach der Probe verabschiedeten und zerstreuten, da sah ich in Julis Augen wieder diesen Blick. Vor Monaten war er da zum ersten Mal gewesen, gestern wieder. Er sagte, du fährst nicht mit der Bahn, wenn er da ist, sondern mit ihm, und ich weiß, warum. Ich stand neben S, wartete, sah den Blick und dachte, aber dieses Mal ist es anders. Wenn du früher vielleicht eine positive Antwort in meinen Augen gesehen hast, dann nur die letzte Hoffnung, den nicht ersterbenden Wunsch, dass doch irgendwann einmal das Märchen wahr wird. Und die Hoffnung, dass du damit, dass du etwas siehst, Recht hast, nicht nur die Vergangenheit und meine Gefühle siehst, sondern auch die Bestimmung.

Wenn ich nur eines gelernt habe in den letzten Monaten, dann dies: nur Offenheit bringt mich weiter. Offenheit mir und meinen eigenen Empfindungen gegenüber. Offenheit meinen Grenzen und Ängsten und Offenheit meinen Mitmenschen gegenüber. Nicht blinde, undiskriminierende Offenheit, sondern Vertrauen in das Außen und das Andere.

Was Juli sah, war keine Phantasterei. S und ich waren - und sind durch das "waren" - auf eine Weise verbunden, die nicht bloß Freundschaft ist, jedoch auch nicht Paar oder Ex-Paar, was für so viele die einzig logischen verbleibenden Möglichkeiten sind. Ich habe den Kern des Glaubens, dass das Besondere, was ich in seiner Gegenwart und in seiner Person fühle, für mehr bestimmt ist, lange in mir getragen. Habe das, was ich hatte, als entfernt empfunden. Erhielt immer wieder - echte oder eingebildete - Impulse, die die Besonderheit in mir festigten. Ich ging einen Weg mit winzig kleinen Schritten. Er sollte zu mir führen, weg von Angst und Selbstzerfleischung, und er führte mich auch immer weiter zu emotionaler Nähe. Mit M. Als ich irgendwann endlich das starre Konzept des Entweder-Oder losließ und es sein ließ, was es war, da war plötzlich alles viel schöner - und auch S noch viel plastischer, präsenter, mir zugewandter.

Ich gebe zu, ein Teil von mir hat sich dumm und dämlich - und sooo lebendig - gefreut, dass das, was zu Beginn nur ein Blitz in einer Synapse war, immer mehr und mehr zu einem Menschen wurde, der nicht nur da ist, sondern mit mir interagiert. Und hat sich Hoffnungen gemacht, dass meine Änderung jetzt diese Änderung bewirkt hat, diese eine notwendige. (Plötzlich steht Ronja da, und sie steht auf der anderen Seite des Höllenschlunds.) Und ein Teil von mir sagt, dass ich einfach zu bequem bin, um etwas aufzugeben, das meinerseits so viel Arbeit mit mir selbst erfordert hat, so viele übersprungene Hürden. Dass ich mich mit dem Zweitbesten zufrieden gebe, weil er auch gut ist. Aber eben nicht der Richtige. Und dass auch S das denkt.

Doch dann kommt die Einsicht über mich, dass, tatsächlich, nicht die Welt da draußen mir nie denjenigen beschert hat, der zu mir gehört und gehören will, sondern dass ich durch die falsche Brille geschaut habe. Und dass es schon seine Richtigkeit hat, dass mein Bauch mit dem zusammen sein will, mit dem ich zusammen bin.

Montag, 3. Oktober 2011

Butter bitte

Geburtstagsbrunch auf der Garagendachterrasse. Die Tafel ist gedeckt, ein Foto wurde bereits gemacht. Obwohl die Sonne es nicht mehr über die Häuserdächer schafft, ist es wunderschön herbstlich mit guter, frischer Luft und warmem Licht. Und ich darf endlich wieder alles essen, ohne allergisch zu reagieren. Kaffeeduft, bunte Vielfalt vor meinen Augen, mmm. "Kannst du mir bitte mal den Butter geben?" fragt S. Ich greife nach dem Teller. Sekunden später hat sich das Gefühl in mir gebildet, dass da jetzt etwas nicht glatt war; irgendwas war doch. Ah, da fällt es mir auf, "Butter" ist in Deutschland doch feminin. In meiner Sprache ist sie maskulin, also war erst mal alles glatt, flutsch. Aber einen Sensor habe ich anscheinend doch - für das, was ich doppelt gespeichert habe im Mischmasch der Sprachen innerhalb der Sprache. Da war's aber schon vorbei, und reagiert habe ich nicht mehr. Es war ja auch nichts da, oder? Außer mir hat niemand etwas registriert. Und habe ich nicht auch den Hauch einer Betonung genauso stark wahrgenommen wie die Sprachgabelung an sich?

Sessel, Sessel, was hast du angerichtet? Gibt es in Deutschland auch Sessellifte? Und sind diese dann zur Gänze logisch als solche bezeichnet, wo doch der Sessel eines Liftes irgendwie gar nichts Bequemes hat?

Ein neues Bild hat sich mir aufgedrängt - oder erschlossen. Es hilft, Dunkel zu vertreiben. Ich wachse näher an M heran. Und doch: irgendwas ist. Der Beschluss, etwas so sein zu lassen, wie es ist, es anzunehmen, ohne es zu analysieren, zu bewerten oder zu ändern, hat große Freiheit, Lockerheit und Erleichterung gebracht. Und Wärme sowie Freude. Es gibt halt noch viel mehr Grautöne als angenommen. Doch dann kommen immer neue Schichten aus der Tiefe zutage. Das Bild hilft, es erst einmal anzunehmen: Es ist, als wäre eine Kerze in mir, deren Licht ich brauche, um meinen Weg zu finden, meine Welt auszuleuchten und ein bisschen Überblick zu bekommen. S kann diese Kerze anzünden.

Sonntag, 28. August 2011

Question mark

I wonder when it will stop. Or if it will. And if it doesn't, how can I live?

Montag, 22. August 2011

Life is a mystery...

Strudel der Gefühle - plopp, plopp, plopp, wie ein Geysir...

Wenn ich die wunderschönen Landschaftsbilder sehe, wäre ich gerne dabei gewesen.

Manche Menschen schauen auf Fotos so anders aus als in Wirklichkeit. Oder nur anders als in meiner inneren abgebildeten Wirklichkeit? Die Attraktivität von Fotos ist bereits verblasst. Die Attraktivität der Realität hingegen...

Ich lehne mich aus dem Fenster und widerspreche - innerlich natürlich nur - dem Kommentator, der findet, die beiden sähen so toll zusammen aus. Er wirkt irgendwie fremd.

In meinem Ohr klingt noch etwas nach, das durch das Online-Album nun unnötig ist. Schade. Schade, obwohl ich ja eigentlich für solche Sachen gar keinen Speicherplatz in mir haben dürfte. Der sollte für jemand anderen exklusiv zur Verfügung stehen.

Es ist, als ob ich Seiltänzerin wäre.

Ich wünschte, ich würde mehr fühlen, so viel, wie es in mir sein soll. Und doch wünschte ich, dass ich weniger fühlen könnte, wenn es Dinge betrifft, die eigentlich egal sind.

Freitag, 12. August 2011

Bergauf, bergab

Und außerdem: trotz aller Wirren in meinem Herzen und in meinem Gehirn bin ich endlich so etwas wie glücklich. Und ich habe Zeit. Zeit für mich. Zeit fürs Leben. Das wiegt sehr viel auf, das ich verpasse.

Jetzt ist wieder Raum für Schönes. Als ich vorhin durch die Wohnung streunte und dies und das aufräumte, musste ich lachen, als ich feststellte: Ich mag sie. Ich mag diese Frau, die ich gerade kennengelernt habe. Irgendwie ist sie unerwartet lebendig. Sehr sympathisch, sehr humorvoll, sehr gute Gesellschaft. Was ich auch besonders mag, ist das Erleben, dass eine tolle Frau sich einen tollen Mann ausgesucht hat - und umgekehrt.

Unblinde Kuh

Manchmal ist es so einfach: Wenn jemand unsympathisch erscheint, weil einem der Zug um dessen Mund immer etwas distanziert-herablassend-belustigt vorkommt, dann verbringe man schlicht ein paar Stunden in nahezu völliger Dunkelheit mit ihm. Und schon erkennt man den wunderbar trockenen Humor und die leise, schöne Präsenz. Ah, sowas mag ich!

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